Was sind Distros?

  • Hallo zusammen,


    Immer öfter lese ich in neuen Threads Namen von sogenannten Distros, die von Usern eingesetzt werden, um ihren Wunsch nach einem OSX oder macOS auf ihrem Rechner zu verwirklichen.


    Das Forum hat dagegen eine Klausel in seinen Forenregeln, welche die Unterstützung solcher Distros verweigert.


    Viele werden sich fragen, warum das so ist.
    Ich versuche das mal hier zusammen zu tragen...


    1. Distros können Probleme verursachen
    Die Distros beeinflussen mehr Elemente der Original-Apple-OSX-inhalte, als unbedingt nötig.
    Dies wird mit dem Hintergedanken, diese Distro ohne viel TamTam auf so viel wie möglich Hardware-Zusammenstellungen zum Laufen zu bekommen.
    Dabei kommt es gerne mal vor. dass Komponenten beeinflusst werden, die für Eure Hardware nicht benötigt werden, aber in Kombination zu unschönen und auch schwer nachvollziehbaren Problemen führen.


    Ungeachtet dessen, kann keiner sagen, welche Änderungen tatsächlich dort gemacht wurden und ob da nicht noch ein wenig mehr geschraubt wurde, als nur einen Kext zu patchen oder dessen Info.plist für mehrere Hardware-Varianten auf zu bohren...


    Und selbst wenn die Distro dann läuft... Was passiert im Falle eines Problems?
    Keiner der einfachen Distro-User kann auch die Erfahrung zurückgreifen, die er während der manuellen installation gemacht hat, um solche Situationen selbstständig lösen oder auch nur geeignet interpretieren zu können.
    Anfragen bei den Distro-Entwicklern bei Problemen laufen nicht selten ins Leere, wobei deren User dann auf Support an anderer Stelle angewiesen sind.


    Letzteres ist aber ein wichtiger Faktor hier im Forum, wenn es dabei geht Euch bei eventuell auftretenden Problemen zu helfen.
    Dies ist aber auch der Grund, warum ein Großteil der internationalen OSX86-Szene die Unterstützung von Distros kategorisch ablehnt.


    2. Distros können ein Sicherheitsrisiko darstellen
    Aus einer gewissen Paranoia heraus, die jedem PC- bzw. Internet-Nutzer zueigen sein sollte, stellt sich auch die Frage, ob die zusätzlichen Elemente einer Distro nicht auch zu diversen Risiken führen können.
    Natürlich ist das der Fall... gerade weil niemand weiss, was alles eingebaut wurde, hat die unbedachte Nutzung einer solchen Distro den faden Beigeschmack von "Ich bin dem Distro-Entwickler ausgeliefert und weiss es sogar!".
    Wer sagt, dass darin nicht ein "low-Footprint"-Tool zur unbedachten Teilnahme an einem Bot-Netzes oder zum Sammeln und Weiterleiten Eurer Passwörter integriert wurde...
    Niemand sollte sich wissentlich und somit fahrlässig dieser Situation aussetzen.


    Natürlich besteht auch die Möglichkeit eines solchen Tools bei der Nutzung von anderen, üblichen Bootloadern, nur ist eben die Quellen-offene Verwaltung dieser Tools meines Erachtens vertrauenswürdiger, als ein geschlossenes System, was dann auch noch Geld kostet.


    Und machen wir uns nichts vor... Jeder, der im Internet surft, ist angreifbar, egal wie viele Zusatzprogramme oder Sicherheitsmechanismen er oder sie eingebaut hat...
    Früher oder später weisen alle diese Elemente irgendwelche Sicherheitslücken auf und können kompromittiert werden...
    Es gibt aber immer noch keinen vernünftigen Grund, dies mit Absicht zu forcieren...


    3. Distros unterstützen die Faulheit der OSX86-Anwender
    Die stumpfe Nutzung einer Fertig-Gebackenen DIstro hat den Lerneffekt des Kaufs eines Original Apple Computers...


    Einschalten --> geht... und wenn nicht?
    Der geneigte Apple-Käufer nutzt die hoffentlich gültige Garantie und der Distro-User versucht es zuerst beim Distro-Entwickler und dann in den anderen OSX86-Communities...


    Aber es fehlt meist das komplette Verständnis zu Begrifflichkeiten wie "Bootloader", "Kext" oder "Berechtigungen"...
    All diese Dinge sind Bestandteil einer manuellen Installation.
    Natürlich benötigt zum Umgang mit solchen Begriffen auch die Bereitschaft der Hilfesuchenden sich auf solche Details einzulassen, aber wie heisst es so schön?
    "Man lernt nie aus!", "Wer rastet, der rostet!", usw.


    4. Distros fallen unter den Begriff der Software Piraterie
    Die Anbieter von Distros verändern meist grundsätzliche Elemente des OSX-/macOS-Betriebssystem und verkaufen sie zum Teil an die unwissenden Benutzer.
    Sie verkaufen also ein Produkt für das sie kein Recht haben Geld zu verlangen oder es überhaupt auf diesem Wege zu vertreiben.
    Das ist nicht in Ordnung und sollte auch durch Euch nicht weiter unterstützt werden.


    5. Alles in Allem
    Wir sind hier alle zusammengekommen um ein OSX/macOS auf unseren Rechnern zu installieren.
    Nutzt diese Situation um Euch über die Hintergründe dieses Vorgangs schlau zu machen.
    Versucht zu verstehen was passiert, wenn man eine Kext installiert oder in der Konfiguration des Bootloaders Einträge ändert...
    Das ist viel wertvoller als einfach nur vorbereitete Automatismen ohne Hinterfragen auszuführen.


    Das hilft Euch im Verständnis des Geräts, dass ihr weiterhin nutzen wollt, und kann die Community unterstützen, wenn es zu Fragen kommt, bei denen Ihr die Antwort dazu habt... :)


    Zu den Distros selbst
    Die bekanntesten sind "Hackintosh Zone" (ehemals N i r e s h) und "i A t k o s".
    Zusätzlich gibt es noch eine Reihe von Varianten für ältere OSX-Versionen, die aber so alt sind, da sie hier eigentlich keine große Rolle mehr spielen.


    Zu guter Letzt
    Tut Euch und uns den Gefallen und lasst die Finger von diesen Produkten.

    Gruß
    Al6042


    Asus Prime Z390-A 1302 | i9 9900k | 32GB | 5700XT 8GB | NVMe 250 GB | BCM943602CSAX | macOS 10.15.1 | OC

    GA H170N-WIFI F22e | i5 6600 | 16GB | HD530 | NVMe 250 GB | BCM94352Z | macOS 10.15.1 | OC

    NUC7i5BNK 0076 | i5 7260U | 16GB | HD640 | NVMe 500 GB | Windows

    MBP 13,3 | i7 6700HQ | 16GB | Intel HD530 & AMD Pro 450 | NVMe 256 GB | BCM943602CSAX | macOS 10.15.1


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