NVMe SSD Geschwindigkeit variiert - manchmal schnell und dann wieder langsam

  • Hallo zusammen!


    Nachdem ich durch lesen in diesem Forum schon viel gelernt habe und lösen konnte melde ich mich heute mit meinem ersten Post bei Euch da ich mit einem Problem einfach nicht weiterkomme und auf Eure Expertise hoffe:

    Die Geschwindigkeit meiner Hackintosh-SSD ist sehr inkosistent - manchmal ist sie bei voller Geschwindigkeit, manchmal sehr langsam. Die Geschwindigkeiten variieren dabei z.B. im Schreiben von ca. 500 MB/s bis zu fast 4000 MB/s.


    Das Phänomen hat zwei Ausprägungen:


    1. Die Lese-/Schreibgeschwindigkeiten sind vorerst sehr schnell (auf vollem Niveau mit dem was die Hardware kann) - jedoch nach einiger Zeit werden die Geschwindigkeiten langsamer, so als wäre irgendwo ein Cache voll, erholen sich wieder, brechen dann wieder ein, usw.
    2. Die Lese-/Schreibgeschwindigkeit ist zuerst langsam, erholt sich dann nach einiger Zeit auf volle Geschwindigkeit und nimmt dann nach einiger Zeit wieder ab.


    Da ich den Hackintosh vor allem als Grafikworstation nutzen will ist die variable Geschwindigkeit ein großes Problem. Vor allem merke ich es z.B. in Adobe Premiere: Wenn ich ein Video in der Timeline scrubbe, dauert es oft mehrere Sekunden bis der Hackintosh die neue Stelle darstellt. Dann ist aber ein Scrubben in Echtzeit möglich. Wenn ich mit dem Scrubben aufhöre und es erneut probiere, dauert es wieder eine kurze Zeit bis es wieder funktioniert. So, als müssten die Daten erst langsam gelesen werden. Zum Vergleich: Auf einem MacBook Pro 2018 ist es bei identischem Videomaterial zu keinem Zeitpunkt ein Problem sofort zu schrubben.


    Im Detail:


    Ich habe eine Hackintosh auf Basis von KVM mit QEMU sowie Virsh als GUI auf Manjaro Linux aufgesetzt. Zum Einsatz kommt:

    • AMD Ryzen Threadripper 3960x (bisher 24 Kerne aber noch keine 48 Threads - vielleicht hat jemand einen Tip? ;)). Bei Cinebench R20 erreiche ich knapp 10.000 Punkte. Es ist also nicht 100% aber sollte auch nicht ein Bottleneck sein.
    • AMD Vega 64 (Passthrough). Bei Geekbench 5 erhalte ich Werte die knapp bei 100% Leistung zu liegen scheinen. Also auch kein Bottleneck.
    • 128 GB RAM (64 GB werden an den Gast gegeben)
    • 1 dedizierte AORUS M.2 2280 PCIe 4.0 x4 NVME mit 2TB. Volles Passthrough der SSD an den Hackintosh. Manjaro Linux ist auf einer zweiten, identischen SSD installiert.
    • Ich habe MacOS auf der SSD installiert und den EFI-Folder kopiert so das MacOS komplett von der SSD bootet und in keiner Weise ein QEMU- oder RAW-Basissystem nutzt. Dort sollte also kein Bottleneck sein.



    Zu MacOS:


    • Ich habe es sowohl mit MacOS 14.4 als auch 15.5 getestet und die Probleme sind identisch
    • Ich habe sowohl eine macOS-simple-KVM-Variante auf Clover-Basis als auch die OSX-KVM auf OpenCore-Basis getestet. Auch hier sind die Probleme mit der SSD identisch.


    Die Performance des Hackintosh ist soweit sehr gut (wenn auch sicherlich ausbaufähig) und der Passthrough meiner Vega64 funktioniert bestens. Jedoch ist wie oben beschrieben die Performance meiner internen PCIe Gen4 SSD, die ich mit AJA System Test sowohl auf Windows als auch dem Hackintosh messe, sehr variabel. Auf Windows erhalte ich solide Testergebnisse von ca. 3800 MB/s schreiben und knapp 4000 MB/s lesen. Auf dem Hackintosh manchmal auch, jedoch mit den oben beschriebenen Einbrüchen auf runter bis zu 500 MB/s. Dort bleibt die Testanzeige kurz in diesem Bereich und erholt sich dann nach 1-2 Sekunden wieder. Dies passiert quasi in einer Schleife und führt dazu dass das System sich manchmal sehr langsam anfühlt.


    Meine XML-Konfiguration auf Pastebin: https://pastebin.com/DYLV5mPs


    Wenn jemand noch Ideen für die Optimierung des Threadripper 3960x hat nehme ich das übrigens gerne mit :)


    Die Passage für die SSD ist Folgende:


    Code
    1. <hostdev mode="subsystem" type="pci" managed="yes">
    2. <source>
    3. <address domain="0x0000" bus="0x02" slot="0x00" function="0x0"/>
    4. </source>
    5. <boot order="1"/>
    6. <address type="pci" domain="0x0000" bus="0x04" slot="0x00" function="0x0"/>
    7. </hostdev>



    Wenn mir jemand helfen kann oder Ideen hat würde ich mich sehr freuen! Ich hoffe, der Post war nicht zu lang - ich wollte so viel Details wie möglich geben.


    Herzlichen Dank im Vorraus !

  • Vielleicht ein Hitzeproblem ...

    ASUS PRIME X299-DELUXE • i9-7900X • DDR4 64GB • SSD 960 PRO 1TB • Thunderbolt3 Titan Ridge • 2x AMD Radeon RX Vega 64

    ASUS WS X299 SAGE/10G • i9-10980XE • DDR4 64GB • SSD 970 EVO Plus 1TB • Thunderbolt3 Titan Ridge • DeckLink 4K Extreme 12G • 2x AMD Radeon VII

  • da ich deine angaben zu ssd etwas spärlich fand hier die info dazu


    vielleicht hilft dies ja anderen, 500mb-s klingt nach richtig viel spaß, also vom pcie-4.0 zu s-ata degradiert


    lg :)

  • Vielleicht ein Hitzeproblem ...

    Danke für den Hinweis !


    Das Problem tritt allerdings auch reproduzierbar direkt nach einem Neustart und sehr schnell auf. Die Temperaturen sind laut Sensoren im Normalbereich.

  • Vielleicht ist es ja schon zu spät, aber ich verstehe aus deiner Beschreibung dass du einen "Hackintosh" als Grafikworkstation in einer virtuellen Maschine unter Linux betreiben möchtest ?

    Sorry, ist wohl tatsächlich so, da halt ich mich lieber raus. [wech]

    Grüße, MacDream

  • Ich hab auch gleich an ein Hitzeproblem gedacht, weil die ohne Kühlung doch u. U. sehr heiß werden.

    Falls Du den ausgelesenen Temperaturen doch misstraust, könntest mit nem Kältespray aus dem Elektronikbereich diesen Faktor sicher testen bzw. ausschließen.

    Kleiner Geheimtipp zu "das" und "dass" ;) Kannst Du das umgangssprachliche "des" einsetzen? => "das" :) (sonst immer "dass")


    Systeme:


    AIO Desktop - i5-9500 CPU - iGPU - UHD630; aktuell das berüchtigte Framebuffer-Problem unter 10.15.5. Siehe auch hier.

    Fujitsu T904 - CPU: i5-4300U - iGPU: HD4400 - RAM: 8GB - SMBIOS: MacBookPro11,1; aktuell das "kein USB2.0"- und "Flackern bei vollen 2560x1440"-Problem

  • Die werden gerne 70´warm, dann mit Kältespray zu kühlen geht schnell in die Hose.

    iMacPro1,1 im PowerMac G5 Gehäuse Wakü ● AsRock Z270 Taichi ● i7 6700k @4700

    32GB Predator HyperX 3200 DDR4 ● Sapphire RX Vega 64 ● WIFI+BT Apple BCM94360CD PCI-E Card ● Samsung EVO NVMe

    Style/Umbau - zum Showroom hier lang

  • Ich hab auch gleich an ein Hitzeproblem gedacht, weil die ohne Kühlung doch u. U. sehr heiß werden.

    Danke für die Hinweise! Die SSDs werden tatsächlich recht warm - dies beeinflusst aber z.B. auch in einem ausgiebigen Test in Windows in keiner Weise die Perfomance.


    Daher vermute ich hier nicht das Problem sondern entweder


    • Ein Problem bei MacOS
      • Was kann man noch beachten bei SSDs? Mir fällt auf, dass die SSD als externes Laufwerk in MacOS (Gelbes/Oranges Folder-Symbol) angezeigt wird. Gibt es hier eine Möglichkeit dies zu ändern bzw. kann dies einen Einfluss haben? Ich erwarte es nicht da ich eine Thunderbolt 3 SSD für mein MacBook Pro einsetze welches auch als externes Gerät zuverlässige und sehr schnelle Datenraten erzielt.
    • Ein Problem beim Passthrough der SSD
      • Gibt hier es hier noch eine andere Variante als die von mir gewählte?


    Bzgl. der Temperatur auch noch ein Zitat von einem Testbericht: "Ohne Kühler erreicht der Controller fast 70 Grad, was aber die Leistung in unseren Kopiertests faktisch nicht beeinflusst."

    Ich setze aber auch die mitgelieferten Kupferkühler ein.

  • @Chubbaccca Wahrscheinlich ist es so, dass man von einer Virtualisierungsumgebung nichts anderes erwarten kann. Wenn du die Begriffe quemu kvm nvme nacheinander in die Google Suche eingibst, ergänzt dir Google das mit passthrough. Und zeigt dir dann 60.900 Ergebnisse von frustrierten Anwendern.


    Ich kenne ein ähnliches Problem aus VMs unter Parallels und Fusion. Die maximale Schreib- und Leserate auf die NVMe SSDs ist nur ein Bruchteil dessen, was ich nativ unter macOS messe und periodisch gibts es "Lags" von einigen Sekunden, wenn in der VM die Post abgeht. Ich erkläre mir das damit, dass aus der VM die Hardware nicht nativ angesprochen werden kann und da der Bottleneck ist.

  • Post by thebpogroup ().

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  • Ich erkläre mir das damit, dass aus der VM die Hardware nicht nativ angesprochen werden kann und da der Bottleneck ist.

    Ich bin da jetzt wirklich kein Experte - verstehe das Passthrough-Konzept aber so das die Hardware ja direkt an die KVM durchgereicht wird und daher keine Bottlenecks wie z.B. bei VirtualIO entstehen können. Bei meiner GPU via PCIe-Passthrough erreiche ich ja z.B. konstant native Geschwindigkeit in MacOS.


    Ich habe die IOMMU-Gruppen separiert und kann so individuelle Komponenten vollständig an die KVM weiterreichen. Entsprechende Komponenten wie z.B. die GPU sind in Manjaro auch geblacklisted so dass das Host-System in keiner Weise darauf Zugriff hat.